Der erste Elternabend: Ablauf, Aufgaben, Dienste
Eine Stunde, fünf Punkte in fester Reihenfolge und die Dienste, die an diesem Abend vergeben werden: wie du die Eltern früh auf deine Seite holst.
5 Min. Lesezeitvon Patrick Schneider
„Wie bekomme ich die Eltern auf meine Seite?“ Eltern wollen, dass ihre Kinder gut behandelt werden, hin und wieder eine Rückmeldung und dass die Kinder sich weiterentwickeln.
Es ist nahezu unmöglich, ein gutes Team gegen die Eltern aufzubauen, also muss es eine Zusammenarbeit mit den Eltern geben. Elterngespräche und auch ein Elternabend sind gute Mittel, um die Interessen abzugleichen und die Hintergründe der Familien besser zu verstehen. Und natürlich können Eltern auch bei der Arbeit mit den Kindern helfen.
Das ist die lange Fassung von Kapitel 14 aus meinem Leitfaden für Elterntrainer. Es geht um den ersten Elternabend, um die vier Aufgaben, die du an dem Abend vergibst, und um die zwei Gespräche, die im Laufe der Saison kommen.
Mit Kindern oder ohne
Ich persönlich habe noch nie einen Elternabend veranstaltet, weil ich sehr viel Zeit habe, mit den Eltern zu sprechen: Eltern, die jedes Training nebendran sitzen, kann man direkt einbinden, da braucht es keinen Termin. Wenn man wenig Zeit hat, alle Eltern einzeln zu behandeln, dann kann ich den Elternabend empfehlen. Es gibt ihn mit den Kindern und ohne die Kinder. Mit Kindern ist es in meinen Augen schlauer, denn dann gibt es schon kein Betreuungsproblem.
Man sollte ihn auch nicht in der ersten Schulwoche machen nach den Ferien, da sind doch viele andere Termine. Entweder vorher oder nachher. Idealerweise auch am Ende des Trainings.
Eine Stunde, fünf Punkte
Eine Stunde, nicht mehr. Fünf Punkte, in dieser Reihenfolge, und so viel Zeit bekommt jeder, wenn die Stunde halten soll:
| Minuten | Punkt | Was du sagst |
|---|---|---|
| 5 | Wer du bist | Name, dein Kind, dass du das zum ersten Mal machst, und warum du zugesagt hast |
| 15 | Wie das Training abläuft | Uhrzeit, Aufbau, dass ihr in mehreren kleinen Feldern spielt und warum in verschiedenen, wie lange eine Einheit dauert |
| 10 | Die Regeln in der Mannschaft | der Katalog, drei Regeln, drei Stufen, zum Zeigen dabei |
| 20 | Was du von den Eltern brauchst | die Dienste, die du verteilen willst, und wer welchen übernimmt |
| 10 | Fragen | die drei, die immer kommen |
Wenn du mit dir selbst und mit dem Training anfängst, hast du eine Vorstellung, und die Aufgaben verteilen sich am Ende fast von selbst.
Mögliche Diskussion
In der G-Jugend lassen sich eigentlich alle Eltern und die Kinder noch sehr gut führen und es geht mehr um die Dienste und die Informationen an die Eltern. Ab einem gewissen Alter geht es auch um Leistung und Gewinnen und wie am Wochenende gespielt wird.
Es ist relativ einfach den Eltern die neuen Spielformen und die neuen Konzepte, Stichwort Spielfestival, zu erklären. Aber es kann zum Beispiel in Hessen zu unterschiedlichen Meinungen zur Spielform kommen. Wenn es die Entscheidung gibt zwischen verschiedenen Spielformen, wie auf Jugendtore oder Funino. Dann sollte man als Trainer schon die Vor- und Nachteile der Spielformen erklären.
Wenn die Minitore als Kleinkinderfußball bekannt sind, dann werden Eltern und Kinder sich eher für Jugendtore entscheiden. Das kann man als Trainer dann überstimmen oder man folgt der Entscheidung.
Den Katalog zeigen, bevor das lila Leibchen nach Hause kommt
Den Regelkatalog solltest du mit dem Team vorher schon abgestimmt haben, damit man ihn am Abend dann den Eltern vorstellen kann. Alle sollten den Regelkatalog schon mal grob gehört haben. Aber man erklärt ihn dann einfach nochmal den Eltern.
Auch bei sowas wie Kuchenbacken müssen die Eltern natürlich mitziehen.
Die Aufgaben und immer die gleichen Namen
Man sollte sich vorher überlegen, welche Aufgaben man verteilen möchte. Und von Verein zu Verein sind die Aufgaben auch etwas unterschiedlich.
Kuchen backen, Brezel backen und am Kiosk helfen. Trikot waschen, Fahrdienste, Mannschaftskassen, Spielbegleiter oder Elternchatmanager… es gibt viele kleine Dienste.
Sie lassen sich grob in folgende Rollen unterteilen.
- Elternsprecher für Mannschaftskasse, Abstimmungen und Elternchat
- Auf- und Abbauhelfer bei Heimspielen
- Fahrer für Fahrdienste zu Auswärtsspielen
- Kiosk und Kuchenspende bei Heimspielen
- Organisatorisches wie Trikot waschen
Viele Trainer stellen fest, dass es dann doch immer die gleichen Eltern sind, die die Jobs übernehmen und man kann dagegen ankämpfen, und mit den Eltern reden oder einfach den Eltern, die mitziehen, einfach etwas mehr bieten.
Eine Nachricht, einige Anhänge
Was du im ersten Monat verschickst, ist überschaubar und erspart dir den Rest der Saison viel: die Terminübersicht der Runde bei fussball.de, die Regeln und die Trainingszeiten:
„Hallo zusammen, hier ist alles für die Runde in einer Nachricht: die Terminübersicht und die Regeln. Zwei Bitten für den Chat: Absagen bis mittags am Trainingstag, und alles, was nur euer Kind betrifft, direkt an mich und nicht in die Gruppe.“
Die zwei Bitten sind die Chatregeln, und mehr als zwei braucht es nicht. Ohne sie wird der Chat zur zweiten Halbzeit. Einen Absatz verträgt er außerdem gut, und der ist dafür geschrieben: der Block „Zum Weitergeben“ am Ende von Nach dem Spiel, was Eltern auf der Fahrt nach Hause sagen und was sie lassen.
Ich habe eine gute Erfahrung gemacht, am Anfang der Saison die Spieltage alle zu veröffentlichen und dort auch schon eine Spielerliste einzutragen. Bei mir gibt es die Optionen: bin dabei, bin nicht dabei und offen. Es gibt dann immer die Möglichkeit, dass sich die Eltern auf die Spieltage verteilen. Ich versuche auch allen Kindern eine Chance zu geben, bei einem Spieltag mitzuspielen und verzichte auf ein „First come, first serve“.
Der Ablauf des Abends, die Dienste und die Beispiele aus der Diskussion mit den Eltern sind Erfahrung aus Patricks Mannschaft, keine Vorgabe. Welche Spielformen in deinem Verband zur Wahl stehen und was dort über Ergebnisse und Tabellen steht, regeln die Durchführungsbestimmungen deines Landesverbands.
Häufige Fragen
Warum spielt mein Kind nicht mehr?
Bei uns spielen alle Kinder ungefähr gleich lang, und wer wann dran ist, steht vor dem Spiel fest. Wie das am Spieltag läuft, steht in Der Spieltag als Trainer. Das Gespräch über Einsatzzeiten führst du nach dem Spiel und nicht an der Linie. Was die Eltern auf ihrer Seite dazu lesen können, steht in Einsatzzeiten im Kinderfußball.
Wann fangt ihr an, richtig zu trainieren?
Wir trainieren schon richtig. Der DFB will im Kinderfußball kleine Spielformen auf mehreren Feldern, weil ein Kind dort öfter am Ball ist als in einer Reihe vor einem Hütchen, und genau das machen wir. Die zwei Sätze dazu reichen am Elternabend; wer mehr wissen will, liest, was der Verband dir für den Dienstag vorgibt: Trainingsphilosophie Deutschland für Elterntrainer.
Sollen wir zu Hause was üben?
Spielen lassen. Ein Ball, ein Hof, zwei Nachbarskinder bringen in dem Alter mehr als jede Übung, die ein Erwachsener anleitet. Was zu Hause hilft und was nichts bringt, steht für die Eltern in Fußball üben zu Hause, und den Link kannst du am Abend gleich mitgeben.
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