Was eine Kindermannschaft an Zeit kostet
Dreimal Training sind bei mir mindestens sechs Stunden, der Spieltag drei bis vier. Die Tabelle zum Ausfüllen und die vier Rollen, die dir etwas abnehmen.
7 Min. Lesezeitvon Patrick Schneider
„Worauf lasse ich mich da ein?“ Auf mehr Stunden, als du denkst. Das Training selbst ist ein großer Teil. Mit Aufbau und Abbau. Aber auch die Fahrten, der Spieltag mit An- und Abfahrt und die Nachrichten, die zwischen Dienstag und Samstag beantwortet werden wollen, sollte man mit einberechnen.
Das ist die lange Fassung von Kapitel 02 aus meinem Leitfaden für Elterntrainer.
Rechne deine Woche durch, bevor du zusagst
Damit die Zahl aus deinem Kopf auf ein Blatt kommt. Sieben Zeilen, und in der rechten Spalte stehen meine Zahlen, soweit ich sie habe. Deine trägst du daneben ein.
| Was | Wie oft | Wie lange | Deine Stunden | Bei mir |
|---|---|---|---|---|
| Training auf dem Platz | dreimal die Woche, je anderthalb Stunden | |||
| Aufbauen und Abbauen | eine halbe Stunde vorher, drei Minuten danach mit den Kindern | |||
| Fahrt hin und zurück | ||||
| Vorbereitung der Einheit | ||||
| Spieltag samt Fahrt | drei bis vier Stunden, auswärts zuletzt gut vier von Tür zu Tür | |||
| Nachrichten, Absagen, Organisation | ||||
| Elternabend, Turnier, Sonstiges |
Ich habe das jetzt nicht alles ausgefüllt, und das ist auch von Team zu Team einfach unterschiedlich. Je nachdem wie der Landkreis gestrickt ist, sind die Fahrtwege auch weiter und kürzer.
Unterm Strich sind dreimal Training in der Woche mit allem Drumherum bei mir mindestens sechs Stunden, ein Spieltag noch einmal drei bis vier. Es kostet einfach viel Zeit, aber irgendwann entwickelt man Routine.
Wie es bei mir angefangen hat
Am Anfang war der Aufwand überschaubar. Ich kam fünf Minuten vor Trainingsbeginn, wir haben gemeinsam mit den Kindern aufgebaut, und die Übungen habe ich mir auf dem Platz ausgedacht. Das ging, aber es gab viel Leerlauf. Die Kinder standen oft herum und machten Quatsch, während ich noch überlegte.
Irgendwann habe ich es umgedreht, damit die Kinder mehr zum Spielen kommen. Heute bin ich meistens um fünf auf dem Platz, bis halb sechs steht alles, und von halb sechs bis sieben ist Training. Die ersten Kinder kommen direkt um fünf, helfen mit oder schießen auf die Tore, die schon stehen. Wie der Aufbau im Einzelnen läuft, steht in Der Platz, bevor die Kinder kommen.
Du musst nicht alles selbst machen
In einer Kindermannschaft gibt es mehr Rollen als die des Trainers: Co-Trainer, Betreuer, Spielfeldbegleiter, Elternvertreter. Ich glaube, wer sich niemanden dazuholt, hört nach einer Saison auf.
Keine dieser Rollen braucht eine Ausbildung, und keine kostet mehr als ein bis zwei Stunden in der Woche. Frag im ersten Elternabend danach. Wie der Abend aufgebaut ist und welche vier Aufgaben dort außerdem an Eltern gehen, steht in Eltern führen.
Folgende Rollen kann man als Trainer verteilen.
| Rolle | Am Dienstag | Am Samstag | Was es kostet | Wen du fragst |
|---|---|---|---|---|
| Co-Trainer | übernimmt ein Feld, wenn du zwei aufbaust | steht mit dir am Rand und übernimmt, wenn du fehlst | die Einheiten, bei denen er dabei ist | jemanden, der selbst gespielt hat, oder den Trainer des Nachbarjahrgangs |
| Betreuer | nichts, er muss nicht zum Training | alles, was nicht das Spiel ist: Pässe, Trikots, Wasser, das Kind, das friert | ein bis zwei Stunden in der Woche, am Spieltag | ein Elternteil, das samstags ohnehin mitfährt |
| Spielfeldbegleiter | steht an einem Feld, legt den nächsten Ball ein, feuert an, bindet Schuhe | dasselbe beim Spielfest, an einem der Felder | die Einheit, zu der er kommt, und es müssen nicht alle sein | jedes Elternteil, das dienstags am Rand steht; Fußballwissen braucht es nicht |
| Elternvertreter | nichts auf dem Platz | nichts auf dem Platz | ein bis zwei Stunden in der Woche, am Handy | die Person, die den Gruppenchat ohnehin schon führt |
Der Spielfeldbegleiter ist die einzige der vier Rollen, die im Fußballland einen offiziellen Namen hat. Die Trainingsphilosophie Deutschland nennt einen Begleiter je vier Kinder bei den Bambini und einen je sechs in der F-Jugend, und sie schreibt dazu, dass er kein Fußballwissen braucht. Was er am Feld tut und wer es machen kann, steht in Spielfeldbegleiter.
Nach meiner Erfahrung sagen Eltern öfter zu, als man denkt, und meistens nicht aus Pflichtgefühl. Viele wollen näher dran sein, als es der Platz hinter der Bande hergibt. Wer eine Aufgabe bekommt, steht mittendrin statt daneben. Ich nehme Hilfe von Eltern gern an.
Mit einer anderen Mannschaft trainieren
Es gibt noch einen Weg, der selten genutzt wird: mit einer anderen Mannschaft zusammen trainieren, einem älteren oder einem jüngeren Jahrgang. Zwei Trainer auf dem Platz heißt weniger Verantwortung für jeden Einzelnen, und wenn einer ausfällt, fällt nicht das Training aus. Frag beim Nachbarjahrgang, ob sich eine Platzzeit überschneidet.
Was der Verein stellt
Frag früh und frag konkret. Schlüssel, Platzzeiten, Bälle in der richtigen Größe, Leibchen, Mini-Tore, Hütchen, Erste-Hilfe-Tasche, Trikots. Einen Anspruch darauf hast du nicht, du fragst.
Eine Sache klärst du besser schriftlich: die Platzzeiten. Sie sind das Einzige, was dir jemand wieder wegnehmen kann, und eine Nachricht mit Datum ist im Zweifel mehr wert als eine Zusage auf dem Parkplatz. Bei uns im Verein sitzen da alle Trainer im selben Boot.
Ich habe mir für mein Training 20 Bälle und 4 Minitore gekauft, da speziell in Stoßzeiten, zum Beispiel Dienstag und Donnerstag, gefühlt jede Mannschaft auf die Trainingsplätze möchte. Es macht den Vereinen Sinn, die G- und die F-Jugend parallel trainieren zu lassen, da sie erstens wenig Platz benötigen und zweitens oft Geschwisterkinder am selben Nachmittag Fußball spielen können und die Eltern nur ein- oder zweimal die Woche zum Fußballplatz fahren müssen.
Wo sich die Stunden nach Alter unterscheiden
Training, Aufbau, Fahrt, Vorbereitung und Nachrichten kosten in jeder Altersstufe dasselbe. Zwei Zeilen der Tabelle staffeln sich: der Spieltag und die Zahl der Erwachsenen, die du am Feld brauchst. Die Spieltag-Spalte ist Erfahrung und der Rahmen des DFB, die Begleiter-Spalte ist die Zahl des Verbands.
| Stufe | Spieltag | Erwachsene am Feld |
|---|---|---|
| 3–4 Jahre (vor G) | kein Spielbetrieb des Verbands; was der Verein für Minikicker anbietet, ist Vereinssache | keine Verbandszahl |
| 5–6 Jahre (G, Bambini) | Spielfest, 2 gegen 2 oder 3 gegen 3, ohne Ergebnis; die Fahrt kostet dasselbe wie in der F | ein Begleiter je vier Kinder |
| 7–8 Jahre (F) | Spieltag in Turnierform, 3 gegen 3 bis 5 gegen 5; unser letzter auswärts: gut vier Stunden von Tür zu Tür für sechs Spiele à zehn Minuten | einer je sechs |
| 9–10 Jahre (E) | Turniere und die ersten Ligaspiele, 4 gegen 4 bis 7 gegen 7, mit An- und Abfahrt | keine Verbandszahl |
Was die Begleiterzahl für vierzehn Kinder heißt und wie du ohne drei Erwachsene trotzdem durch den Abend kommst, steht in Vierzehn Kinder, ein Platz.
Die Stunden sind das eine. Was du in den anderthalb Stunden auf dem Platz machst, entscheidet, ob die Kinder wiederkommen, und der Fehler, den ich am Anfang selbst gemacht habe, war der Leerlauf: Kinder, die stehen und warten. Warum das passiert und wie du es in deinem eigenen Training nachzählst, steht im nächsten Kapitel: Warum die Kinder in der Reihe stehen.
Quelle zum Betreuungsschlüssel (ein Begleiter je vier Bambini, einer je sechs F-Junioren, kein „Fußball-Background“ nötig, für E keine Zahl): Deutscher Fußball-Bund, Trainingsphilosophie Deutschland. Entwicklung individueller Qualität, Fassung vom 14. Oktober 2024, Seiten 11 und 64, abgerufen am 19. September 2026. Quelle zu den Spielformen je Altersklasse und dazu, dass es unterhalb der G-Jugend keinen Spielbetrieb gibt: Deutscher Fußball-Bund, Jugendordnung, § 5 und Anhang IV, Stand 21. August 2026, abgerufen am 20. September 2026. Die Stunden, die Uhrzeiten und der Spieltag von Tür zu Tür sind Erfahrung aus Patricks F-Jugend, keine Vorgabe des Verbands. Was der Verein stellt, ist eine Liste zum Nachfragen und kein Anspruch.
Häufige Fragen
Wie viel Zeit kostet eine Kindermannschaft in der Woche?
Bei mir sind dreimal Training in der Woche mit Aufbau, Abbau und allem Drumherum mindestens sechs Stunden, ein Spieltag noch einmal drei bis vier, von Tür zu Tür. Dazu kommen die Fahrt, die Vorbereitung und die Nachrichten zwischen Dienstag und Samstag. Rechne deine Woche mit der Tabelle im Text durch, bevor du zusagst.
Brauchen Co-Trainer, Betreuer oder Elternvertreter eine Ausbildung?
Nein. Keine der vier Rollen braucht eine Ausbildung, und zum Spielfeldbegleiter schreibt der DFB ausdrücklich, dass er keinen Fußball-Hintergrund braucht. Was jede Rolle am Dienstag und am Samstag tut und wen du dafür fragst, steht in der Rollenkarte im Text. Frag am ersten Elternabend danach.
Was muss der Verein für eine Kindermannschaft stellen?
Einen Anspruch gibt es nicht, du fragst: Schlüssel, Platzzeiten, Bälle in der richtigen Größe, Leibchen, Mini-Tore, Hütchen, Erste-Hilfe-Tasche, Trikots. Dazu zwei Fragen, die niemand von selbst beantwortet: Wer meldet die Mannschaft, und wer ist im Verein für Kinderschutz zuständig? Die Platzzeiten lässt du dir schriftlich geben.
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